Walter

Mein erstes Auto war ein gebrauchter R4 mit Dreigang-Schaltung. Rund 50 Jahre später kam meine Tochter von einer Frankreich Reise zurück und zur Überraschung stand ein R4 für sie in der Einfahrt. Ihr erstes Auto. Ich war mir gar nicht so sicher, ob meine Tochter begeistert sein würde. Ein klassischer Golf zum Abitur stand aber außer Frage. Ihr Freund schätze, dass der R4 ca. 50 PS habe, sie selbst 40 PS, bei den tatsächlichen 28 PS waren sie schließlich überzeugt. Seit drei Jahren ist sie nun begeisterte R4 Fahrerin.

Der „neue“ R4 hat jetzt vier Gänge, ein selbst eingebautes Schiebedach und sogar eine Anhängerkupplung. Ich habe früher nie einen R4 gefahren, der so angenehm fährt und zuverlässig funktioniert. Weniger angenehm sind die schlecht schließenden Türen und die vielen klappernden Teile.

Bis ich diesen gefunden habe, schaute ich mir mehrere R4 in ganz Deutschland an, teilweise bis vollständig selbstverkompostiert. Durch Zufall habe ich den passenden R4 entdeckt und aus einem kleinen Ort im Schwarzwald abgeholt. Dass man mit einem R4, dem man sein Alter gut ansieht, von jedem Oldtimer-Fahrer und jeder Oldtimer-Fahrerin noch so teurer englischer Sportwagen und Rolls Royce gegrüßt wird, hatte ich allerdings nicht mehr in Erinnerung.

Es ist schon ein ehrebenes Gefühl mit der Upper-Class auf eine Stufe gestellt zu werden, denn schließlich wird für einen 200.000 Euro Oldtimer auch nicht mehr KFZ Steuer gezahlt, als für den kleinen R4.

Außerdem ist es gar nicht mal so leicht, einen Oldtimer auf eine 18 Jährige anzumelden, die zusätzlich kein weiteres Alltagsfahrzeug hat. Ich meldete den R4 schließlich auf mich an, der Fahrerkreis durfte aber meine Tochter einbeziehen, auch wenn sie unter 23 ist.

Auch wenn wir den R4 hegen und pflegen, muss er auch manchmal für Schwertransporte herhalten.

Bei einer der nächsten Treffen werden wir auch dabei sein, worauf wir uns jetzt schon freuen.

Walter und Isabélle