2019.08: R4TATOUILLE 2019

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Am 3. August-Wochenende 2019 erhöhte sich die R4-Dichte im Kreis Altenkirchen/Westerwald wieder merklich: Zum 4. Mal waren aus weiten Teilen der Bundesrepublik wieder die Liebhaber des kleinen Franzosen nach Mittelhof zum Camping Eichenwald angereist. Dem Zeitgeist folgend heißt das Treffen nun:

R4TATOUILLE 2019

"Der große R4 Mix für alle Fahrer und Liebhaber französischer Fahrzeugkunst"

Anreisetag war Freitag der 16.08., Samstag war 100% R4 mit Ausfahrt angesagt und Sonntag der 18.08. stand unter dem Motto aufräumen, abbauen und Heimfahrt

Ob als Studentenauto, Familienkutsche oder Handwerkerauto, der R4 kommt noch immer mit seinem besonderen Flair daher: Das mitunter zweifelhafte Image aus den 1960er- und 1970er-Jahren, als der Franzose auch in der Bundesrepublik häufig das Straßenbild mitprägte, hat der R4 längst abgelegt. Fast 30 Jahre, nachdem der letzte R4 vom Band rollte, hat der Kleinwagen nichts von seiner Faszination verloren - vor allem nicht bei denjenigen, die am Wochenende ihren R4 zum Campingplatz Eichenwald in Mittelhof lenkten.

Viele Geschichten gibt es über das Kultauto zu erzählen. Bei den individuellen Geschichten ist immer das Detailwissen über das Auto als solches parat, zum Beispiel, dass die Frontmaske 1967 überarbeitet wurde. Unter anderem erzählte davon Marcus Radde aus Ennepetal, Pressesprecher des Renault4-Clubs beim Rundgang. An dem R4 TL, Baujahr 1980 und 34 PS, von Carsten Reeck machte Radde zum Beispiel auf die Ausstattungsvariante Faltdach aufmerksam. So ein Originalfaltdach: eine Rarität.

Die Intention sei es damals gewesen, ein einfaches Auto für die Bevölkerung zu konzipieren, so Radde. Puristisch und spartanisch kommt der Wagen daher. Anfangs gab es weder Kopfstützen noch Außenspiegel. „700 Kilogramm Auto, bis maximal 34 PS“, sagte Radde. Das war gut und habe funktioniert. Der R4, mehr als acht Millionen wurden hergestellt, habe als wartungsfrei gegolten. Die Autos seien jedoch „runtergeritten“ worden. Umso mehr freuen sich alle über jeden R4, der heute noch durch die Lande fährt.

„Den habe ich mir zum 60. Geburtstag geschenkt“, sagte Michaela Frank aus Aachen. Der 34 PS starke R4 F6 ist 35 Jahre alt. Die Leiterklappe in dem Kastenwagen biete die Möglichkeit, Fahrräder stehend zu transportieren. Ein R4 war auch ihr erstes Auto, mit 18 Jahren.

Nach Ente und VW-Käfer und weiteren Autos hat sie seit vier Monaten „zurück zum R4“ gefunden. Als bildende Künstlerin schätzt sie das Auto auch zum Transport von Gemälden. Erstmals war sie bei einem Jahrestreffen und freute sich, dass es von den weitere Teilnehmern praktische Tipps gab.

Die weiteste Anreise hatte Oskar Krügel aus Dänischenhagen (Eckernförde). Seine ersten drei Autos waren R4. Die nicht mehr fahrfähige GTL-Version von 1986 machte er in anderthalb Jahren wieder fit, und nutzt sie seit anderthalb Jahren als Alltagsauto, außer im Winter.

Ganz so weit war die Anreise von einigen Teilnehmern, die schon bei den vorherigen Treffen mit von der Partie waren, nicht. Volker Dietewich war aus Holzhausen diesmal in seinem R4 F4, Baujahr 1983, gekommen, Peter Schäfer und Ehefrau Elke aus Rinsdorf mit ihrem lindgrünen 1981er.

In den 1960er-Jahren sei der R4 ein Exportschlager gewesen, so Dietewich. Aus dieser Zeit stammte auch das älteste Fahrzeug beim Treffen: Seit 1966 fährt der R4 von Wolfgang Schmitt aus Betzdorf. Schmitt hatte das Treffen wieder federführend vorbereitet.

Jedoch nicht bei allen R4-Fahrern war die Stimmung restlos ungetrübt. Markus Bund aus Mannheim war mit seiner Frau Beate und einem angehängtem französischem Fleurette Wohnwagen problemlos mit ihrem R4 angereist. Doch bei der steilen Auffahrt vom Campingplatz versagt das Fronttriebler-Gespann den Dienst und drehte auf regennasser Fahrbahn durch. Doch schnell waren hilfbereite R4ler zur Stelle und gaben ihm schmunzelnd Zughilfe.

Nach dem Frühstück am Samstagmorgen gab es eine gemeinsame Ausfahrt aller Teilnehmer. Ziel war der 56m hohe Förderturm der ehemaligen Eisenerzgrube Georg in Willroth, der 1952-1954 errichtet wurde. Er erhebt sich weithin sichtbar über die Autobahn A3. Nach der Schließung der Grube am 31. März 1965 wurde er 1988 als Industriedenkmal eingetragen und restauriert. Inzwischen kann der hohe Turm an jedem 3. Samstag im Monat (April bis Oktober) besichtigt werden. Im Inneren ist ein kleines Museum eingerichtet und vom höchsten Punkt reicht der Blick bei schönem Wetter bis zum Kölner Dom.

Hier überraschten die Organisatoren mit einen französisches Picknick für alle R4ler.

Zurück auf dem Campingplatz in Mittelhof gab es reichlich Gelegenheit für Benzin-Gespräche sowie den Austausch von Neuigkeiten und Anekdoten. Bei trockenem August-Wetter genoss man die Gemeinsamkeit unter Gleichgesinnten am Lagerfeuer bis in die tiefe Nacht.

Am Sonntag endete das Treffen rund um das französische Kultauto, leider mit launischem Westerwald-Wetter. Wir sehen uns vielleicht in nächsten Jahr wieder beim

R4TATOUILLE 2020 im Westerwald.

Die R4-Freunde werden ihren Spaß haben und die Interessierten der Region freuen sich, wenn der kultige Kleinwagen um die Ecke biegt.

Diesmal wieder massenhaft Bilder dank Kord.

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